Verengerung


Verengerung

Verengerung, krankhafte Beschaffenheit von Kanälen, Öffnungen od. Höhlen des Körpers, wobei sich ihr Durchmesser verkleinert hat, entweder durch Verdickung ihrer Wände in Folge von Entzündung od. andern Ursachen, od. von ursprünglicher fehlerhafter Bildung, od. durch Krämpfe, Auswüchse, Geschwülste, Narben, verstopfende Flüssigkeiten, theilweise Verwachsung, Collapsus, Druck von außen etc. Die V. erheischt die Erweiterung durch Wieken, Bougies, Preßschwämme od. Trennung durch Einschnitte, auflösende od. krampfstillende Mittel etc. Die hauptsächlichsten Arten sind: a) V. des Schlundes u. der Speiseröhre (Strictura pharyngis et oesophagi), entsteht durch Narben nach Verwundungen der Speiseröhre, durch Aufwulstung der Wandungen derselben, als Folge einer chronischen Entzündung der innern Haut, durch scirrhöse, krebshafte u. callöse Verhärtungen (St. scirrhosa, St. carcinomatica, St callosa), durch schwammige, polypöse, warzenartige Auswüchse (St. fungosa, St. poyiposa, St. verrucosa, St. sarcomatosa), durch varicöse Beschaffenheit der Gefäße (St. varicosa), durch Geschwülste, bes. Anschwellungen der Drüsen, welche die Speiseröhre u. den Schlund zusammendrücken, u. durch Krampf (St. spasmodica). Die Folge dieser V. ist mehr od. weniger gehindertes, oft auch zugleich schmerzhaftes Schlingen (Dysphagia), wobei die Speisen schwer durchgehen u. meist früher od. später wieder in die Höhe kommen. Bald werden flüssige, bald feste Dinge schwerer verschlungen, jenes namentlich bei scirrhöser, dies mehr bei durch Auswüchse gebildeter V. Bei der callösen fährt der Bissen bisweilen mit einem Geräusch u. Nachlaß der Beschwerden über die verengerte Stelle hinweg. Die Compression der Speiseröhre durch außerhalb derselben befindliche Geschwülste unterscheidet sich von der Strictur durch die Leichtigkeit, womit man die [463] Sonde einführen kann. Die krampfhafte V. hat gewöhnlich in dem unteren Theile derselben, gegen den Magen zu, ihren Sitz u. ist mit dem. Gefühle von Zusammenschnürung verbunden; das Übel wird durch kaltes Getränk vermehrt, durch warmes vermindert, dabei sind meist krampfhafte Zufälle in anderen Organen vorhanden. Die Prognose bei der V. der Speiseröhre ist nach der Ursache u. dem Grade verschieden, so auch die Behandlung. Die Erweiterung der verengerten Stelle sucht man durch das Einführen elastischer Sonden, durch deren Liegenbleiben in den Fällen einfacher Strictur zu erreichen, indem man von Zeit zu Zeit stärkere Sonden einführt. Selten gelingt radicale Heilung u. leicht kehrt die V., scheinbar gehoben, wieder, b) V. der Eingeweide, so v. w. Darmverengerung, c) V. der Harnröhre, so v. w. Harnröhrenverengerung. d) V. der Nasenöffnung, meist Folge von Wunden od. Geschwüren, auch bisweilen angeboren, erfordert Wieken od. das Messer. e) V. der Vorhaut, s. Phimosis. f) V. des Mundes, häufig Folge von Narben, auch angeboren; erfordert die blutige Trennung.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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