Chihuahua


Chihuahua

Chihuahua (spr. Tschighuaghua), 1) mexicanischer Bundesstaat, grenzt nördlich an Neu-Mexico östlich an Texas u. Cohahuila, südlich an Durango westlich an Sonora u. Cinaloa, u. liegt größtentheils auf der 5000–8000 Fuß hohen, wüsten u. vegetationslosen Hochebene, nur zum kleineren Theile am Westabhange der Sierra Madre; dieses Gebirge bildet einen großen Wall, welcher das Land von dem niedrigen Sonora trennt; die Bolsons de Mapimi, bergige, zum Theil waldige, zum Theil wüste u. nur von Indianern durchstreifte Striche von ungeheuerer Ausdehnung, reichen von der südöstlichen Spitze des Staates bis hinauf zur Stadt Ch., unter den großen Seen sind zu nennen der Cayman (Tlahualila) im S., die Seen Patos, Candelaria, Guzman im N.; das Klima ist vom November bis März ziemlich kalt, daß Baumwolle u. selbst Wein nicht mehr gedeihen; fruchtbar ist das Land eigentlich nur in der Nähe der Flüsse, deren größter, Rio del Norte, die Grenze gegen Texas bildet u. den Rio Conchas (Muschelfluß) mit vielen Nebenflüssen aufnimmt, u. deren überhaupt 16 das Land durchfließen; sonst ist fast überall drückender Wassermangel. Die Erzeugnisse des Landbaues sind Mais, Waizen, Gerste, Frijoles, Erbsen, Bohnen, Linsen, Gemüse, Gewürze, Gurken, Obst, Nüsse, Kastanien: die Viehzucht bringt Pferde, Rindvieh, Schafe, Schweine, Ziegen, jedoch ohne große Nutzung, da der Verkehr äußerst schwierig ist; nur etwa 60 Landgüter (Haciendas) sind in Betrieb; die Indianer leben noch in alter Weise der Jagd, lassen die Frauen den Ackerbau betreiben u. fertigen aus den Fasern einer Art Aloe (Lachuguilla) Seilerwaaren; einige nur sind ansässig. Der Bergbau auf Gold, goldhaltiges Silber u. Kupfer war st. über berühmter, liefert aber immer noch 1 (Pesos Ertrag, obwohl viele Bergwerke eingegangen sind; Bergwerksdistricte sind: Jesus Maria, Santa Eulalia, Batapilas, Morelos u. El Parral; 3400 QM.; 266,000 Ew., zum Theil Indianer, Tepehuanes, Yanos, Acotlames, Cocoyames, Mescaleros, Faraones, Apaches mimbreños, Tarahumaras. – Das Land Ch., welchem bereits Francisco de Ibarra 1564 die ersten Europäer zuführte, bildete unter spanischer Herrschaft das Königreich Neu-Viscaya u. später die Audienz Durango u. gehörte zur Diöcese von Durango u. Audienz Guadalaxara; ihr Gouverneur stand indeß zunächst unter dem Commandanten der inneren Provinz. Die Hauptstadt war Durango. 2) Hauptstadt darin am gleichnamigen Flusse; Hauptkirche, Regierungsgebäude;[924] mehrere Klöster u. Kirchen, eine Wasserleitung führt der Stadt Trinkwasser zu; Rindvieh- u. Schafzucht, Lederarbeit, Wollweberei, Handel mit Rohleder u. Wolle; 11,600 Ew.; gegründet 1601; vor der Revolution Sitz des Generalcommandanten der inneren Provinzen.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • chihuahua — [ ʃiwawa ] n. m. • 1858 en angl.; de Chihuahua, ville du Mexique ♦ Très petit chien à poil ras et à museau pointu, originaire du Mexique. Une (chienne) chihuahua. Des chihuahuas. ● chihuahua nom masculin (de Chihuahua, nom propre) Chien de… …   Encyclopédie Universelle

  • Chihuahua — • Diocese in the north of Mexico, comprises the state of Chihuahua Catholic Encyclopedia. Kevin Knight. 2006. Chihuahua     Chihuahua     † …   Catholic encyclopedia

  • chihuahua — (De Chihuahua, Estado de México). 1. m. perro chihuahua. 2. Ecuad. Artificio de fuego que consiste en una armazón de cañas y papelón en figura humana y lleno de pólvora, que se quema en algunas fiestas. chihuahua. interj. eufem. Méx. U. para… …   Diccionario de la lengua española

  • Chihuahua — n. an old breed of tiny short coated dogs with protruding eyes, originating in Mexico, believed to antedate Aztec civilization. [WordNet 1.5] || …   The Collaborative International Dictionary of English

  • chihuahua — ► NOUN ▪ a very small breed of dog with smooth hair and large eyes. ORIGIN named after Chihuahua in northern Mexico …   English terms dictionary

  • Chihuahua — (spr. tschi wā wā), nordmexikan. Staat, zwischen 25°45 und 31°43 nördl. Br. und 103°25 und 108°45 westl. L. und umgrenzt von den mexikanischen Staaten Sonora, Sinaloa, Durango, Coahuila, dem Unionsstaat Texas und dem Territorium New Mexico (s.… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Chihuáhua — (spr. tschi ), Staat im nördl. Mexiko, 233.094 qkm, (1900) 327.784 E. (meist Indianer). Gebirgsland, westl. von der Sierra Madre (2500 m) durchzogen; reiche Silberminen. Hauptstadt C., 1400 m ü.d.M., 30.405 E.; schöne Kathedrale …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Chihuahua — (Tschtigh–), Bundesstaat der Republik Mexiko, nördl. an Texas oder den Rio grande gränzend, fast durchgängig Hochfläche mit gesunder Luft, ist 3400 □M. groß mit 250000 E., fast lauter christlichen Indianern, deren Hauptgeschäft Ackerbau und… …   Herders Conversations-Lexikon

  • Chihuahua — dog breed, 1858, from the city and state in Mexico, said to be from a lost native word that meant dry place …   Etymology dictionary


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