Estremadūra


Estremadūra

Estremadūra, 1) Landschaft im Königreich Spanien, zwischen Portugal u. den beiden Castilien, Leon u. Andalusien, 674 QM., mit etwas über 600,000 Ew. E. wird nördlich von der Sierra de Gata u. S. de Gredos, im Süden von der Sierra de Morena u. deren westlicher Fortsetzung in der S. de Constantina, umschlossen, u. hat ziemlich in der Mitte das Scheidegebirge zwischen Tajo u. Guadiana, das in den Montes de Toledo beginnt u. sich durch die Sierra de Guadalupe, de Montanches[919] u. de San-Mamed bis nach Portugal fortsetzt; Flüsse: Tajo mit Tietar, Alagon, Herjas (rechts) u. mit del Mente, Salor (links); Guadiana mit Ruecas u. Grevora von N., dem Zusa Ortiga, Matachel von S. her; das Klima ist heiß, der Sommer oft ohne Regen, wodurch epidemische Fieber erzeugt werden, in den kalten Nächten fällt reichlicher Thau; das Land ist fruchtbar, der Anbau desselben liegt aber ganz darnieder, da die Besitzer mit Wanderheerden umherziehen; außer den Schafen werden gezogen Pferde, Esel, Maulthiere, Ziegen u. Schweine, die gute Würste u. Schinken geben; auch Seidenbau u. Bienenzucht sind ergiebige Erwerbszweige; der sonst ergiebige Bergbau auf Silber ruht fast ganz; Industrie u. Handel sind unbedeutend, Getreide muß eingeführt werden. Die Einwohner sind arm, wenig civilisirt, von düsterem Charakter, stark gebaut, gutmüthig u. gute Soldaten; der nördliche Theil von E. bildet die jetzige Provinz Caceres, der südliche die Provinz Badajoz seit 1833; 2) Provinz in Portugal, am Atlantischen Meere, zwischen den Provinzen Alentejo u. Beira, hat 341,45 QM., mit 780,000 Einw.; wird durch den Tajo in einen nördlichen u. südlichen Theil getrennt; der nördliche ist gebirgig durch die Serra Aire, Patelo, de Minde, Albardos, den Monte-Junto u. die Serra de Cintra, welche in das Cap da Roca ausläuft; in diesem Theil fließt der Zezere zum Tajo; der südliche Theil hat an dem Tajo die Cemas de Ourem, im S. die Montes Azulos u. die Serra da Arrabida, ein bis 1000 Fuß hohes Kalkgebirge, welches in das Cap de Espichel ausläuft; hier fließt der Caldao zum Ocean, der Canha u. Sorraya zum Tajo, dessen rechtes Ufer entlang von Toncos über Santarem die Eisenbahn nach Lissabon führt; das Klima ist sehr heiß, nur durch häufige Nord- u. Nordostwinde etwas gemäßigt, der Sommer trocken, worunter die Vegetation leidet u. sich erst durch den im Oct. eintretenden Regen erholt, Schnee u. Eis nur auf den höchsten Bergen; die Bodenbeschaffenheit ist verschieden, im südlichen Theil wechseln Sumpf, Moor u. sandige Flächen ab, doch sind selbst letztere mit schön blühenden Kräutern, Cistus, Myrte, Rosmarin etc. bedeckt; die Waldungen bestehen aus Korkeichen, einzelnen Fichten, Sumach, Oliven, Kastanien, Pomeranzen, Limonen, Apfelsinen; außerdem gibt das Land Wein, Weizen, Sago, Mais, Hirse, etwas Gerste, Gemüse, Hülsenfrüchte, doch sind Landbau u. ebenso Viehzucht unbedeutend, Industrie nicht vorhanden; an Mineralien werden nur gewonnen Marmor, Steinkohlen, Soda u. Salz aus dem Meere bei Setubal u. der einzigen Salzquelle Portugals bei Rio-Mayor, wovon nebst Südfrüchten viel zur Ausfuhr kommt; der Handel ist bedeutend, liegt aber in der Hand der Fremden; eingetheilt ist die Provinz seit 1836 in die Districte Leiria, Lissabon u. Santarem.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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