Abel [1]


Abel [1]

Abel. I. Biblische Person: 1) A., zweiter Sohn Adams, Hirt, von seinem Bruder Kain aus Neid über die günstigere Aufnahme seines Opfers vor Gott, erschlagen. Nach der rabbinischen Sage waren Kain u. Ä. mit 2 Schwestern erzogen, A. liebte die Aklima, Kain begehrte ihrer auch u. wollte die minder schöne Lebuda nicht heirathen. Darüber im Haß gegen A. entbrannt, erschlug er mit einem[23] Felsstücke den schlafenden Bruder u. begrub ihn. Es soll unweit Damask geschehen sein. Daher man dort Abels Grab zeigte; ein andres Grab A-s ist auf Ceylon beim Adamspik. A-s Tod ist poetisch von Sal. Geßner u. Byron bearbeitet. II. König: 2) Sohn Waldemars II., 1232–1250 Herzog von Schleswig (sd. Gesch.), dann König von Dänemark, wurde 1252 von einem Friesen ermordet, s. Dänemark (Gesch.). III. Künstler, Gelehrte u. Staatsmänner: 3) Karl Friedr., geb. 1726 zu Köthen, bildete sich in Leipzig u. Dresden als Musiker, zog Anfangs umher, kam 1758 nach London, ward dort Capelldirector der Königin von England u. st. 1787. Er war Virtuos auf der Viola di Gamba u. setzte Mehreres für sein Instrument. 4) Jak. Friedr. v. A, geb. 1751 zu Vaihingen, 1772 Professor der Philosophie an der Karlsakademie, 1775 zu Stuttgart, 1790 zu Tübingen, seit 1793 auch. Pädagogarch der württemberg. Schulen u. Gymnasien, 1811 Generalsuperintendent zu Öhringen, 1823 in Urach u. zuletzt in Stuttgart; st. 1829 zu Schorndorf. Schr.: Grund unsers Glaubens an Unsterblichkeit, Frkf. 1806, u. über philosophische Gegenstände. 5) Jos., geb. 1768 zu Aschach in Österreich, Historienmaler zu Wien, wo er 1818 starb. Vorzüglichste Werke in der k. k. Akademie u. der Gemäldegallerie des Belvedere in Wien. 6) Karl v. A., geb. 1788 zu Wetzlar, studirte zu Gießen u. Wetzlar die Rechte, ward 1809 bei dem Landgericht Dillingen, 1811 bei der Hofcommission des mit Württemberg zu schließenden Realvertrags u. später bei dem Generalcommissariat des Oberdonaukreises angestellt, machte 1814 als Lieutenant den Krieg mit, kehrte 1815 in den Civildienst zurück, wurde 1817 Regierungsassessor bei der Kreisregierung München, 1818 Polizei- u. Stadtcommissär in Bamberg, 1819 Regierungsrath zu München u. 1827 Ministerialrath im Ministerium des Innern u. erhielt mit dem Orden der bair. Krone den persönl. Adel; 1831 sprach er als Regierungscommissär beim Landtage die liberalsten Gesinnungen, bes. rücksichtlich der Preßfreiheit, aus. Zum geh. Legationsrath ernannt, reiste er im Herbste 1832 als substituirtes Mitglied der Regentschaft nach Griechenland, wo er Partei gegen Armansperg ergriff. 1834 zurückgerufen, trat er wieder in das Ministerium des Innern u. näherte sich seitdem mehr dem herrschenden Regierungssysteme; als der Fürst von Öttingen-Wallerstein abging, wurde er Staatsrath u. verwaltete provisorisch das Ministerium des Innern, was er im April 1838 definitiv übernahm, 1840 führte er auch provisorisch das Portefeuille der Finanzen. Ehrenrührige Aeußerungen A-s über den Fürsten von Öttingen-Wallerstein, als seinem Vorgänger im Ministerium, in der Landschaftssitzung vom 9. April 1840 zogen ein Duell zwischen Beiden nach sich, das jedoch ohne Folgen war. 1844 ward er in den erbl. Adelstand erhoben u. ihm die Hollnsteinsche Hofmark Stamsried in der Oberpfalz verliehen. Mit dem König Ludwig in Conflict gerathen, nahm er am 13. Febr. 1847 mit dem ganzen Ministerium seine Entlassung. Ueber sein Wirken als Minister in Baiern s.d. (Gesch.) 1838.–47. Er ward 1848 Gesandter zu Turin, erschien Ende 1848 kurze Zeit in der 2. Kammer u. wurde Ende März 1850 von seinem Gesandtschaftsposten abberufen u. in Ruhestand versetzt. 7) Niels Henrik, geb. 1802 zu Findöe im Stifte Christiansand, studirte zu Christiania Mathematik; erhielt Unterstützung zu einer Reise ins Ausland, wo er sich bes. in Berlin u. Paris aufhielt, u. ward nach seiner Rückkehr Docent an der Universität uf Ingenieurschule in Christiania; st. 1829 auf einer Besuchsreise auf dem Eisenwerke Froland bei Arendal in Norwegen. Er schr. u. a. meist französisch verfaßten Werken: Allgem. Methode Functionen einer variabeln Größe zu finden, wenn eine Eigenschaft dieser Functionen durch eine Gleichung zwischen zwei variabeln ausgedrückt wird; Mémoires sur les équations algébraiques; Schriften, herausgegeb. von Holmboe, Christ. 1839, 2 Bde. 8) Clarke, Arzt bei Lord Amhersts Gesandtschaft nach China 1816, st. 1826 als Wundarzt der Ostind. Compagnie zu Calcutta; schr. Beschreibung der Reise nach China; über den Himalaya etc.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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